Lettenhof
Mehrgenerationenhaus
Realisiert, 2026

Am Anfang stand ein Lebenstraum: Ein Mehrgenerationenhaus für die ganze Familie in Basel. Schon im Erwerb durften wir die zukünftigen Eigentümer beraten und nach Unterzeichnung des Kaufvertrags zogen die drei Parteien zeitnah ein.

Das Mittelreihenhaus No. 83 ist Teil des vierteiligen Lettenhofs, welcher sich gesamthaft im Inventar der Denkmalpflege befindet. Das Ensemble des Basler Architekten Rudolf Meyer wurde 1938 - 40 erbaut und ist der Sachlichkeit der Moderne verpflichtet. Die Grundrisse sind grosszügig, der Materialeinsatz der Zeit entsprechend sparsam.

Der Zustand der Liegenschaft war heterogen: der Ersatz einzelner Küchen und Bäder in den vergangenen Jahrzehnten täuschte nicht darüber hinweg, dass alle Leitungen noch aus der Bauzeit stammten und dringend sanierungsbedürftig waren. Unter dieser Prämisse versuchten wir, den Eingriff klein zu halten und das Haus dennoch als Ganzes für einen neuen Lebenszyklus fit zu machen: Alle elektrischen Leitungen, der Hausanschluss, die Kanalisation sowie die Zu- und Abwasserleitungen wurden erneuert, jedoch in bloss einer der drei Wohnungen auch die Küche und Bäder komplett ersetzt. Kleinere Anpassarbeiten und Ergänzungen verbesserten die Nutzbarkeit, bunte Akzente an den Wänden ermöglichten den Bewohnenden, sich die Räume anzueignen. Durch den Erhalt und die Pflege des Bestehenden konnten Ressourcen geschont werden. Die Strangsanierung erfolgte maximal kompakt und in bewohntem Zustand: drei Wochen gingen die Bewohnenden in die Ferien, danach waren alle Wohnungen wieder nutzbar.

Umfassender waren die Arbeiten im Keller und Dachgeschoss: Die ehemaligen Mansard- und Estrichräume bilden heute eine eigenständige Wohnung, die aktuell ebenfalls von der Familie genutzt wird. Trotz der kompletten Erneuerung wurde der Stil des Hauses übernommen und viele Elemente weiterverwendet. Im Zentrum stand die Arbeit mit natürlichen Materialien: Holzständerwände mit Lehmbauplatten aus Seewen, heller Linoleumboden und geölte Dreischichtplatten aus der Region. Das Raumklima der Dachwohnung profitiert von den hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften des Lehms. Er nimmt die Feuchtigkeit auf und bringt über die Phasenverschiebung im Sommer die Kühle der Nacht in den Tag, respektive speichert im Winter die Wärme des Tages für gemütliche Abendstunden. Räumlicht knüpft die Dachwohnung an die Grosszügigkeit des Hauses an: Ein Highlight bildet das zentrale Badezimmer mit Oblicht und einer Raumhöhe von bis zu 3,80 m.

Auch energetisch wurde das Haus verbessert: Die Kellerdecke und das Dach wurden isoliert, eine PV Anlage mit maximalem Eigenstromanteil montiert und die bestehende Ölheizung wird zugunsten eines Fernwärmeanschlusses rückgebaut.

Mitarbeit Architektur: Sarah Barth, Mirjam Ebener

Zimmerei & Lehmbau: Holzlehmbau

Fotografie: Weisswert, Claire Morin

Lehmwände mit historischer Stahl- und Holzkonstruktion

Neue Küche im 2. Obergeschoss

Hauseingang mit Klinkerboden

Erhalt des historischen Oblichts und Wiederverwendung der Zimmertüren

Badezimmer mit Elementen aus Wiederverwendung